Die älteste, erhaltene Inschrift im Bremer Rathaus trägt die Jahreszahl 1491. Angebracht über dem Zugang zur Wittheitsstube ermahnt sie die die in Bremen Regierenden folgende Regeln einzuhalten:
- Mache das Volk einig.
- Diene dem Gemeinwohl.
- Gib denen Macht, die Erfahrung haben.
- Wahre die Güter der Stadt.
- Entfalte ihre Kraft.
- Halte Freundschaft mit den Nachbarn.
- Schütze das Recht, das für Arm und Reich gleich sein muss.
- Bewahre die guten Gesetze, schlechte lehne ab.
- Ehre den Herrn.
- Vergiss nicht die Worte weiser Männer.
- Höre beide Seiten an.
Wenn sich dies doch bloß unsere Politiker merken würden. Aber viele Entscheidungsträger kommen ja nicht einmal aus Bremen.
Zwischen den ersten und dem achten Jahrhundert entstehen an der Weser erste Siedlungen, die auf einer langen Düne Schutz vor Hochwasser und gleichzeitig guten Zugang zu einer Furt bieten. Eine dieser Siedlungen (Fabiranum, auch als Phabiranum geschrieben) wird bereits im Jahr 150 n. Chr. durch den alexandrinischen Geographen Claudius Ptolemaeus erwähnt.
782 Erste schriftlich Erwähnung
788 wird durch Karl den Großen das Bistum Bremen gegründet
853 wurde der hölzerne Dom zerstört und aus Stein wiederaufgebaut.
10. August 965 Markt-, Münz- und Zollrecht
1260 Bremen wird Mitglied der Hanse
1285 Bremen wird das erste Mal aus der Hanse ausgeschlossen Um 1300 wird der Stadtwall erbaut.
1358 Bremen wird erneut Mitglied der Hanse.
1404 der steinerne Roland wird auf dem Marktplatz errichtet. Er drückt die Befreiung der Bremer von der Macht der Kirche aus. Aus diesem Grund schaut er direkt auf das Portal des Domes.
1427 Bremen wird erneut aus der Hanse ausgeschlossen (Danke an Hamburg!).
1500 Bremen wird Mitglied des Niedersächsischen Reichskreises.
1533 Aufstand der 104 Männer. Mit Unruhen und Gewalttaten wurde der Rat gezwungen, ein gewähltes Gremium von 104 Männern an der Regierung der Stadt zu beteiligen. Das Domkapitel wurde zur Flucht nach Verden veranlasst, im Dom durfte nur noch evangelisch gepredigt werden.
1563 Bremen wird zum dritten Mal aus dem Hansebund ausgeschlossen.
1619-1623 In Bremen-Vegesack wird von holländischen Konstrukteuren der erste künstliche Hafen Deutschlands angelegt.
1624 Explosion des Ostertorzwingers
1638 Der südliche Domturm stürzt ein
1646 die Stadt Bremen wird im Linzer Diplom zur Freien Reichsstadt erklärt.
1665 Der nödliche Domturm brennt
1666 Im "Hemelinger Frieden" erkennt auch Schweden nach zwei erfolglosen Feldzügen gegen Bremen die Unabhängigkeit der Stadt Bremen an.
1739 Explosion der "Braut"
1806 sicherte der amtierende Bürgermeister Johann Smidt die Unabhängigkeit der freien Stadt im Deutschen Bund.
1815 erhält Bremen auf dem Wiener Kongress den Status eines souveränen Staates. Bremen wird Teil des deutschen Staatenbundes (Deutscher Bund).
1827 wird Bremerhaven an der Wesermündung gegründet, da der Fluss zu versanden drohte. Die Siedlung wird später zur eigenständigen Stadt innerhalb des bremischen Staates erhoben. 1831 Der Spuckstein an der Westseite des Doms bezeichnet die Stelle, an der bei der letzten öffentlichen Hinrichtung in Bremen - die Giftmörderin Gesche Gottfried ihr Leben ließ. 1871 Gründung des Deutschen Reichs. Bremen wird Mitglied des Deutschen Reichs mit dem verfassungsmäßig festgehaltenen Titel Freie Hansestadt Bremen sowie mit einer Stimme im Bundesrat.
2004 werden das historische Rathaus und das Wahrzeichen, der steinerne Bremer Roland, zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.
Freunde und Einwohner Bremens sind Bremerlinge. Dabei gibt es keine weibliche oder männliche Schreibform - einfach nur Bremerling.
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Waschechter Bremer bedeutet, das man selbst und auch beide Elternteile in Bremen geboren wurden. Da meine Großeltern auch gebürtige Bremer sind ...
Doch nicht jeder hat das Glück hier geboren zu sein. Trotzdem kann er dann Bremer mit Leib und Seele werden (Hallo Frank ;-).
Für mich sind Diskussionen um die Selbständigkeit der Freien Hansestadt Bremen ein typisches Beispiel für den Mainstream der Globalisierung. Wer ernsthaft glaubt, das ein Nordstaat die finanziellen Probleme von Bremen, Niedersachsens und Hamburg löst, hat sich die finanzielle Situation vom Saarland und den neuen deutschen Bundesländer nicht angesehen. Allerdings ist die Stadtflucht Bremens durch viele politische Entscheidungen auch hausgemacht. Je mehr öffentliche Anbindungen nach Niedersachsen raus führen, je bequemer wird es auch nach Bremen zu kommen. Wir regen uns über Steuerflüchtige in Monaco auf, haben aber das gleiche Problem mit Niedersachsener, die in Bremen arbeiten und im Speckgürtel Bremens ihre Steuern zahlen.
buten un binnen wagen un winnen (draußen und drinnen wagen und gewinnen). Dieser Spruch, das Motto der Bremer Kaufleute, wird dem Bremer Schriftsteller und Bürgermeisters Otto Gildemeister (1823-1902) zugeschrieben.
Bremensien sind Gegenstände oder typische Begebenheiten rund um Bremen. Z.B. Roland, Stadtmusikanten oder das Wort "umzu" (drumherum).
Bremer Freimarkt / Ischa Freimaakt
Die 5.Jahreszeit in Bremen. Besser als Oktoberfest und Hamburger Dom zusammen. Den Spruch Ischa Freimaakt sollten Buttenbremer schnell lernen.
Kohl und Pinkel
Dies ist wohl eine der bekanntesten Bremer Spezialitäten. Im Gegensatz zu den Umlandgemeinden nennt es sich in Bremen Braunkohl und Pinkel. In allen anderen Gemeinden wird dies Grünkohl und Pinkel genannt. Das "braun" stammt von einer regionalen Bremer Kohlsorte, die rote Pigmente in den Blättern hat, weswegen der Kohl durch das wiederholte !kochen eine bräunliche Färbung erhält und "würziger" schmeckt. Die Bremer Besonderheit ist nun, dass dies am Vortag passiert und einige Stunden vor dem Essen nochmal zum Aufwärmen einige Stunden in den Backofen geschoben wird. Der besagte kleine Unterschied im Namen kam einen Besucher in Bremen schon einmal teuer zu stehen. Er verklagte einen Gastwirt, weil dieser ihm aufgewärmtes Essen servierte. Der Gastwirt pochte aber darauf, dass in seiner Speisekarte von Braunkohl und nicht Grünkohl die Rede war und dies eine Bremer Spezialität sei. Der Richter entschied für den Gastwirt.
Bremer Klaben
Dieses "urbremische Gebäck" ist ein schwerer Stollen, Das Wort "Klaben" bedeutet, dass das große, mehrpfündige Hefegebäck eine gespaltene Form hat. Im Gegensatz zum Stollen wird Klaben nach dem Backen nicht mit Butter bestrichen und gezuckert. Der Bremer Klaben hat eine jahrhundertelange Tradition, die bis ins Mittelalter zur großen Zeit der Hanse zurückreicht. Die erste urkundliche Erwähnung der "Bremer Klavenbecker" stammt aus dem Jahre 1593 in Dokumenten des Bremer Rats.
Babbeler
Babbeler sind menthol- bzw. pfefferminzhaltige Zuckerstangen. Die Stange wird in die Faust genommen und das obere Ende der Papierumhüllung abgerissen. Babbeler gibt es aber nur in Apotheken, Drogerien, Reformhäusern und einigen Teeläden innerhalb der Stadtgrenzen Bremens zu kaufen. Der Name Babbeler kommt aus dem Plattdeutschen von hol din Babbel - "halt' deinen Mund".
Bremer Eiswette
Die Eiswette ist ein in Bremen jährlich am 6. Januar gefeiertes Fest am Osterdeich. Am 6. November 1828 wetteten ein paar Bremer Junggesellen, dass die Weser am 1. Januar 1829 noch offen sei. Als Wettpreis wurde „ein brauner Kohl mit Zubehör" festgelegt. Um den Spaß noch zu erhöhen, bestimmte man ebenfalls genau, was als „offen" oder „zu" gelten sollte: Ein Schneider von 99 Pfund musste mitsamt seinem glühenden Bügeleisen trockenen Fußes über die Weser gehen können. Diese Wette wurde am 12. Januar 1829 zum ersten Mal ausgetragen. Sie ist die Begründung der Eiswette von 1829.
Schaffermahl
Ursprünglich war das Schaffermahl ein Abschiedsmahl, das Kaufleute und Reeder alljährlich am Ende des Winters ihren auf Fahrt gehenden Kapitänen gaben. 1545 beschloss man sich, Schiffer und Kaufmann, alljährlich zur Abrechnung und zum Brudermahl zu treffen. Schaffermahlzeit wurde dieses Essen dann ab ungefähr 1660 genannt, nach jenen Männern, die es „schafften", d. h. die es finanzierten. Sie waren Mitglieder der Stiftung zur Unterstützung alter und armer Schiffer. Diese Mahlzeit, jeweils am 2. Freitag des Februars, galt früher gleichzeitig als Auftakt für das Auslaufen der im Winter durch Sturm und Eis festgehaltenen Schiffe.
Berühmte Bremer / Unternehmen
Adam von Bremen (* wohl vor 1050, † 1081/1085) war ein Bremer Kleriker und Theologe.
Adam stammte ursprünglich aus Obergermanien (saxonia superior), möglicherweise aus Bamberg. Unter dem Erzbischof Adalbert von Bremen wurde er ca. 1066 bremischer Domherr.
Wilhelm Kaisen war von 1945 bis 1965 Bürgermeister von Bremen.
Johann Smidt (* 5. November 1773 in Bremen; † 7. Mai 1857 in Bremen) war der Gründer von Bremerhaven. 1821 wurde er Bremer Bürgermeister und behauptete sich auf diesem Posten - die demokratische Periode von 1849-52 abgerechnet - bis zu seinem Tod.
Gesche Gottfried Gesche Gottfried war Anfang des 19. Jahrhunderts die wohl bekannteste Giftmörderin ihrer Zeit. 15 Menschen wurden von ihr getötet, darunter ihre Eltern, ihre Kinder und ihre Ehemänner. Mindestens 19 weitere Bekannte haben ihre Attacken nur knapp überlebt. Auf der westseite des Doms befindet sich der Spuckstein, auf den einige Bremer immer noch spucken.
Carl Friedrich Wilhelm Borgward
Borgward, Sohn eines Kohlenhändlers, stammte aus einfachen Verhältnissen und hatte zwölf Geschwister wurde Bremens berühmtester Autobauer. In den Jahren 1924 und 1925 wurden die ersten Exemplare der Modelle Blitzkarren (Preis des Lieferdreirades: 1000 Reichsmark) und Goliath ausgeliefert. Zusammen mit seinem Partner, dem Kaufmann Wilhelm Tecklenburg, gründete Borgward 1928 die Fa. Goliath-Werke Borgward & Co. Als die Beiden 1931 die Hansa-Lloyde-Werke übernahmen, entstand die Borgward-Gruppe. 1931/32 war die Dreirad-Limousine "Pionier" das meistproduzierte Personen-KFZ in Deutschland. 1937 konnte Borgward seinen Partner Tecklenburg auszahlen und fortan die Firma alleine leiten. Am 23. September 1938 wurden in Sebaldsbrück (Bremen) die Carl F. W. Borgward Automobil- und Motorenwerke eingeweiht. Die ehemaligen Fabrikanlagen in Bremen-Sebaldsbrück gehören heute zu DaimlerChrysler. Da sich überall auf der Welt Freunde von Borgward-Fahrzeugen zusammenschließen, ist bewiesen, dass die Faszination Borgward immer noch ungebrochen ist.
Hans-Joachim Kulenkampff (* 27. April 1921 in Bremen; † 14. August 1998 in Seeham, Österreich) war ein deutscher Schauspieler und Fernsehmoderator; er selbst bezeichnete sich oft als Quizmaster.
James Last (* 17. April 1929 in Bremen; eigentlich Hans Last) ist ein deutscher Bandleader, Komponist, Arrangeur und Musikproduzent.
wird demnächst fortgesetzt
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